Feindbild Frau

Täglich werden Frauen von Männern sexistisch beleidigt und bedroht. Weltweit registrieren Expert:innen einen antifeministischen Backlash, der auf dem Sprung scheint, salonfähig zu werden. Besonders betroffen: Frauen in öffentlich sichtbaren Positionen – wie Politikerinnen, Schauspielerinnen oder Unternehmerinnen. Wer steckt hinter den Angriffen und was sind die Motive?

English Version: Toni, heart palpitations and procrastination

In the course of our conversations, Toni understands how he ticks: He likes to tinker around with machines, motorcycles and bicycles until they work again, it’s about getting it right, creating something, reaching the goal. But driving around with it with relish is less interesting for him.
„Can we get rid of this?“ he asks me, and I am happy about this question.
„In any case, you will be better able to deal with the internal resistance,“ I answer confidently.

Toni, das Herzstolpern und die Prokrastination

Nach meiner Erfahrung komme ich bei diesem Thema mit Techniken nicht weiter – es geht darum,  den inneren Widerstand zu verstehen. Toni stellt sich in der Vorstellung vor den vollen Schreibtisch – was löst er aus?
„Ich habe keine Wahl, ich muss das alles erledigen.“ Er nimmt Unruhe in der Herzgegend wahr, sie ziehe in den Kopf. Er bleibt mit der Aufmerksamkeit bei der Unruhe, bis sie sich legt. „Ich möchte ausweichen, aber ich bin niemand, der sich versteckt.“ Ein strenger Belief.

Zoe, der Leistungsdruck und der Giftzwerg

Zoe ist eine zähe Kämpferin und ein Hochleistungsmensch. Sie kommt schon länger zur Therapie und hat schon viel verändert, vor allem den Umgang mit ihrem Partner, ihrer Mutter und ihrem Sohn, und vor allem ihre übertriebene Bereitschaft, sich zu pushen, sich Arbeitsleistungen abzuverlangen bis zum Geht-nicht-mehr. Sie geht trotz Schmerzen zur Arbeit und findet immer Gründe, warum das nicht anders geht.
Heute erzählt sie mir, dass sie konkrete Schritte eingeleitet hat, weniger zu arbeiten.
„Ich kann einfach nicht mehr“, sagt sie überzeugend, und das sehe ich genauso, länger schon als sie.

Little Red Riding Hood, the Idyll and Emotional Hunger

From a psychological point of view, Little Red Riding Hood suffers from „unbalanced mental malnutrition“ until the wolf appears. And this malnutrition is physically and mentally a so-called starvation-disease.
Everyone loves Little Red Riding Hood, especially grandmother, because she is such a sweet girl. She gives her a red riding hood, which it now wears all the time and which gives her its name, and it always feels enveloped and protected. It lives with her mother in an idyll, but we know that idylls aren’t right because something is missing, because they are maintained through repression.

Dornröschen und der König, Trauma und Geheimhaltung

Das Märchen von Dornröschen ist eine Vater-Tochter-Geschichte und erzählt von einer scheinbar perfekten Familie:
Jede Entwicklung, die zu mehr Eigenständigkeit führen würde, ist in Dornröschens Familie gelähmt. Es findet keine natürliche, notwendigerweise konflikthafte Ablösung statt. Dornröschen soll für immer das Ein und Alles ihres Vaters und Teil einer traumhaft perfekten Familie bleiben. Sie soll nicht zur Frau werden. Und sie soll den Vater nicht verlassen.

English Version: Snow White – Curse and Blessing of Beauty

Beauty cannot protect Snowwhite against envy and resentment, which arise in men, especially in women, because they can‘t stand the natural, undeserved beauty of other women – why is it given to one and withhold to the other, why is fate this unfair? You can face up to bad luck, but not to injustice.  

Rotkäppchen, die Idylle und der emotionale Hunger

Alle haben Rotkäppchen lieb, die Großmutter besonders, weil sie so ein liebes Kind ist. Sie schenkt ihm ein rotes Käppchen, das es nun immerzu trägt und das ihm seinen Namen verleiht, es fühlt sich umhüllt und geborgen. Es lebt mit der Mutter in einer Idylle, aber wir wissen, Idyllen stimmen nicht, weil etwas fehlt, weil sie durch Verdrängung aufrecht erhalten werden. Sie sollen harmonisch sein und glücklich machen, aber sie sind einseitig, machen krank und manchmal süchtig.

Schneewittchen: Fluch und Segen der Schönheit

Schönheit ohne menschliches Gegenüber? Wieso ist da niemand, für den sie, die  Stiefmutter, schön sein, dem sie gefallen will? Wen interessiert es draußen im weiten Land, dass sie die Schönste ist? Wo ist ihr Mann, der König, der sie bestätigen könnte, was sie dringend braucht – und welche Frau kennt das nicht, das Bedürfnis nach Bestätigung der eigenen Wirkung? Sie fragt also ihren Spiegel, der magisch, wie aus einer metaphysischen Welt, mehr weiß als ein Mensch. Diese Stiefmutter, die nicht mit sich als Person, sondern mit ihrem äußeren Bild identifiziert ist, glaubt dem Spiegel. Für sie zählt nur dieses eine Kriterium, die eigene äußere Schönheit, innerlich ist sie leer. Sie muss die Nummer eins sein, sonst reicht es nicht, sonst hat es keinen Wert.

Luisa, das Übergewicht und die Selbstliebe

„Immer wenn ich mich freue, denke ich gleichzeitig: vergiss‘ nicht, dass du fett bist!“ Ich reagiere betroffen. Luisa hat gerade einen Erfolg gefeiert, ein Bild von ihr wurde für eine Ausstellung angenommen. Ich möchte, dass sie sich darüber rückhaltlos freuen kann!Auf mein Nachfragen hin kann sie ihr schlechtes Gefühl zu sich selbst im Körper verorten:„Luisa, das Übergewicht und die Selbstliebe“ weiterlesen

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