Eingeprägte Überzeugungen, die uns ängstigen und blockieren, erscheinen oft dann, wenn man neue Wege gehen möchte. Denn die Selbstbeschränkung hat uns einmal Zugehörigkeit, Sicherheit und Orientierung ermöglicht. Die Gespenster haben dafür gesorgt, dass wir unbekannte, dunkle Räume im Schloss, im inneren Haus, meiden.
Autor-Archive:Kirsten Kabisch
Was Denkmuster mit einem Mycel von Pilzen gemeinsam haben
Das, was wir als „Pilz“ bezeichnen, ist nur der Teil, den man sieht, der eigentliche Organismus liegt im Verborgenen, unter der Erde, ein weit verzweigtes Mycel, ein Netzwerk aus feinsten Fäden, das Ressourcen verteilt, Informationen weiterleitet und Wachstum steuert. Psychische Denk- und Verhaltensmuster funktionieren erstaunlich ähnlich. In der Psychotherapie sprechen wir von Überzeugungen, Schemata oder„Was Denkmuster mit einem Mycel von Pilzen gemeinsam haben“ weiterlesen
Eine Sitzung mit EMDR bei Nackenverspannungen
Die Erfahrung, nicht gesehen, gehört und geliebt zu werden, ist alt und sitzt tief, und obwohl sie in vielen Sitzungen bereits festgestellt hat, dass sie liebenswert ist, ist diese Überzeugung im Körper, in den Muskeln, die ihr geholfen haben, mit dem Mangel zu leben, noch nicht angekommen und noch nicht gelöst.
Suchen und Finden
Wenn es ein Mensch wäre, der sich so verhält, würden wir ihn hochneurotisch nennen, ihn bei „Angst und Zwang“ einordnen und nach verschiedenen Behandlungsversuchen, therapeutisch und medikamentös, wahrscheinlich aufgeben.
TRANSGENERATIONALE WEITERGABE VON TRAUMA
Jedoch stellte sich mir bei meinem Vorhaben, Kontakt zum Klinikleiter aufzunehmen, eine unüberwindliche Angst in den Weg. Sie machte es mir unmöglich, dort anzurufen und einen Termin für ein Gespräch zu vereinbaren. Es fühlte sich an, als würde ich diesen Schritt, die Konfrontation mit diesem ärztlichen Leiter nicht überleben, als würde ich vorhaben, in eine Schlucht zu springen und die Angst wollte mich davon abhalten.
Wo steckt das Rumpelstilzchen?
Mit der Zeit wird mir bewusst, dass die drei narzisstischen Missbraucher Müller, König und Rumpelstilzchen die Tochter als junge Frau dazu zwingen, ihr wahres, intuitives Selbst zu verbergen und immer wieder in ihren Dienst zu stellen. Bis diese den missbrauchenden Anteil, das Rumpelstilzchen, erkennen, das an die Stelle ihrer selbstbewussten Begabung und Intuition getreten ist, bis sie es ausfindig machen, begreifen und benennen und dadurch verwandeln können.
Komplizierte Trauer
„Gerade ist es mal wieder schlimm“, sagt sie, „in der Arbeit kann ich funktionieren, zum Glück, da schalte ich irgendwie um, aber zu Hause ist alles sinnlos. Es fehlt der Halt, und alles kostet so viel Kraft. Und da ist niemand sonst (Katharina hat Eltern, die nicht gut mitfühlen können). Obwohl ich Freunde und Freundinnen habe, aber die fragen nicht mehr nach, wie es mir geht, so als müsste mein Trauer mal langsam vorbei sein.“ Mir fällt mein Leitfaden für dem Umgang mit Gefühlen ein, in dem es darum geht, woher man heftige Gefühle kennt und was damals – und damit auch heute – geholfen hätte.
Julia, das Selbstwertgefühl und das (nicht) ernst genommen werden
Das hört sich nach einem Gefühl der Ohnmacht an, nach Ärger, der nagt und wurmt und sich immer neu entfacht. Da ich die Erfahrung gemacht habe, dass hilfloser Ärger mit dem Selbstwertgefühl oder der eigenen verborgenen Unsicherheit zu tun hat, bitte ich Julia, den Satz zu ergänzen:
„Ich bin es nicht wert, dass…“
Sofort kommt die Ergänzung, „…dass ich ernst genommen werde!“
Auch beim Partner erlebe sie das immer wieder, sie bitte ihn um etwas, und es sei so, als hätte sie nichts gesagt, er mache weiter wie gewohnt. Wie sich das in ihr anfühle, in ihrem „Brustbauchraum?“ (ich mag dieses Wort).
„Wie ein Loch“, sagt Julia. Das habe einen Rand.
Kommentar zu „In kenianischen Slums lernen Mädchen sich gegen Gewalt zu wehren“
Denn nicht nur junge Frauen werden in Kibera zu Opfern. Ich habe damals auch einen Mann interviewt, der eine 65jährige Frau vergewaltigt hat. Warum? „Aus Rache an der Gemeinschaft. Weil das Leben im Slum ihm ein anständiges Leben unmöglich macht“, sagte er mir.
„In kenianischen Slums lernen Mädchen, sich gegen Gewalt zu wehren. Mit Erfolg…“
Opfer von Gewalt zu werden liegt an der körperlichen Überlegenheit des Mannes? Falsch, es sind die inneren anerzogenen Überzeugungen der Mädchen. Es verschlimmert die Lage, wenn man sich wehrt? Falsch, Selbstbewusstsein und Grenzen setzen bringt Erfolg. Wenn man es denn kann, das laut werden und – so banal das klingt – Widerstand zu leisten, zu widersprechen, laut und deutlich.